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Immobilien aus Wien sind international gefragt

Geschrieben von immoanleger auf 30. Januar 2019
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Das Preisniveau Wiener Immobilien gilt im weltweiten Vergleich als attraktiv. Die neue Bauordnung dürfte das Angebot an geeigneten Projekten mittelfristig drücken.

Internationale Anleger investieren zunehmend intensiv in österreichische Wohn- Immobilien, speziell in Wien – eine Tendenz, die laut Immobilienberatungsunternehmen CBRE heuer noch weiter zunimmt. „Der Trend hohes Investmentvolumen Wohnen wird anhalten, vor allem in Wien“, sagte CBRE-Österreich-Experte Martin Ofner am Dienstag bei der Präsentation des aktuellen Marktausblicks in Wien.

In den kommenden zwei Jahren dürfte die Nachfrage nach Immobilien in Österreich und in Europa demnach generell ungebrochen gut sein und die Preise werden – trotz der bereits erfolgten Höhenflüge – voraussichtlich noch immer leicht steigen.

Bei den Renditen, die Anleger mit Immobilien erzielen können, sei „der Plafonds mit 3,75 Prozent in Wien ein bisschen erreicht“, räumte der internationale CBRE-Berater Jos Tromp ein. In Deutschland gingen die Investoren bereits von den großen in mittelgroße Städte, in Österreich noch nicht. „Büros in Wien sind billig“, so Tromp. Weitaus teurer seien da etwa London, Paris, Stockholm, München, Berlin und Amsterdam. „Internationale Investoren werden shoppen gehen“, meinte er. Die Mieten in Wien seien „auf einem vernünftig niedrigem Niveau“, Steigerungen also erzielbar.

2018 war die Nachfrage nach Büroimmobilien in Österreich so stark, dass das Angebot an geeigneten Projekten laut Ofner „nicht ausreichend vorhanden“ war – trotz der immensen Flächen, die mit der Fertigstellung der Wiener Großprojekte Austria Campus am Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs und des Icon Vienna am Hauptbahnhof auf den Markt kamen. Im restlichen Europa wiederum herrscht laut Tromp ein Überangebot an Büroflächen, gepaart mit hohen Leerstandsraten.

„Der große Trend 2018 in Österreich war Wohnen“, betonte Ofner. Besonders bei institutionellen Investoren aus Deutschland sind Wohnimmobilien den Angaben zufolge „höchst beliebt“. 2018 floss erstmals genauso viel Geld von Großanlegern in Wohnungen wie in die bisher beliebteste Assetklasse Büroimmobilien.

Im abgelaufenen Jahr wurden hierzulande rund vier Milliarden Euro in Büros, Wohnungen und Geschäfte investiert – 2017 waren es noch fünf Milliarden. Der Grund für den Rückgang: Das Angebot hinkte hinter der massiven Nachfrage hinterher. „Das Angebot an Büroimmobilien war nicht ausreichend vorhanden“, erklärte Ofner. Das wird angesichts der geplanten Fertigstellungen auch 2019 und 2020 so sein. „Erst 2021 kommen neue Flächen auf den Markt.“

 

 

Trend zu Wohnimmobilien

„2019 wird ein Jahr für Wohnimmobilien – das ist ein Trend, den wir über ganz Europa hinweg sehen“, erwartet jedenfalls Tromp. Mehr als die Hälfte des Geldes deutscher Investoren in Österreich floss schon 2018 in den großvolumigen Wohnbau in Wien. Die internationalen Anleger gehen dabei zunehmend auch auf Wohnlagen am Wiener Stadtrand. „‚Residential‘ weitet sich auf die Außenbezirke aus – wir sehen internationale Investitionen auch über der Donau im 22. Bezirk“, berichtete Ofner. Entgegen dem Trend in anderen europäischen Ländern weichen sie aber noch nicht auf Landeshauptstädte oder ins Wiener Umland aus.

Bisher hatten sich die Investoren ausschließlich auf zentrumsnahe Lagen oder auf Lagen nahe der inneren Bezirke in Wien konzentriert. Weiters schwenken sie mittlerweile von den zunächst verstärkten Investitionen in gewerbliche Wohnformen wie Studentenheime und Miko-Wohnungen ab. 2018 kauften die Investoren hauptsächlich klassische Wohnimmobilien.

„Es steht bei weitem mehr Kapital parat als untergebracht werden kann“, so Tromp. Die Liquidität am Markt ist da. Und dieses Geld sucht Anlage – die Zinsen dümpeln weiterhin auf niedrigen Niveaus, daher dieser „Run“ (auch von internationalen Pensionsfonds) auf Immobilien. Die Zinsen werden laut Einschätzung von Tromp auch „langfristig, in den nächsten fünf bis zehn Jahren, niedrig bleiben“.

Regulatorische Maßnahmen wie etwa in den Niederlanden könnten den Bau neuer Wohnungen bremsen, erwartet die Immobilienbranche. In Österreich herrscht derzeit noch starke Bauaktivität. Die mit dem Jahreswechsel heuer in Kraft getretene Novelle der Wiener Bauordnung könnte aber laut CBRE ab 2021 zu einer geringeren Wohnbauaktivität führen „und damit langfristig das Investmentangebot am Primärmarkt Wien einschränken“. Gemeint ist damit das Neubauangebot an freifinanzierten Wohnimmobilien. Diese Entwicklung könnte bereits im kommenden Jahr spürbar werden, da die Immo-Investments von Großanlegern überwiegend im Rahmen von „Forward-Transaktionen“ abgewickelt werden.

2018 erreichten die Fertigstellungen in Wien mit mehr als 13.000 Wohnungen laut CBRE „einen neuen Spitzenwert“. Die Prognose für 2019 lasse ein ähnliches Niveau erwarten, ehe die Fertigstellungen 2020 noch einmal deutlich auf mehr als 17.000 Wohneinheiten ansteigen werden. Die Nachfrage kann damit aber dennoch nicht gestillt werden. Bisher dominierte der Neubau von Eigentumswohnungen, nun geht es zunehmend in Richtung freifinanzierte Mietwohnungen. Im kommenden Jahr sollen erstmals mehr freifinanzierte Mietobjekte übergeben werden als Eigentumswohnungen.

(APA)

Quelle: DiePresse 

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