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Zinshausmarkt knackt heuer die Zwei-Milliarden-€-Grenze

Geschrieben von Gernot Aigner auf 31. März 2016
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Der Wiener Zinshausmarkt findet immer mehr Interesse von privaten Investoren. Die Nachfrage nach Immobilien ist vor allem bei vermögenden Privatinvestoren hoch.

WIEN. Der Immobilienkonzern Conwert kurbelt die Verkäufe an (siehe Kasten).Verkäufe um jeden Preis schließt Conwert-SE-Chef Wolfgang Beck aber aus. Aus gutem Grund, wie Gerhard Hudej, Geschäftsführer von Hudej Zinshausmakler, sagt: „Selbst wenn die Conwert ihr gesamtes Wiener Portfolio auf einmal auf den Markt werfen würde, würde es sehr gute Preise erzielen.“ Der Markt würde ein riesiges Zinshausportfolio nicht nur ohne Schwierigkeiten verdauen-im Gegenteil: Anleger lechzten geradezu nach vermieteten Wohnimmobilien. Hudej erwartet, dass der Zinshausmarkt in Österreich heuer das Rekordumsatzvolumen vom Vorjahr (1,7 Milliarden €) toppt und die Zwei-Milliarden-€-Grenze knackt.

„Ein Zinshaus in Wien gehört bei vielen wohlhabenden Investoren zum guten Ton“, sagt Hudej: Während institutionelle Investoren auf dem Zinshausmarkt eher als Verkäufer auftreten-nicht nur Börsenotierte brauchen das Geld, auch Versicherungen-,wächst der Anteil der privaten Käufer. Hudej verkauft dabei ohne Inserate und nur an Vormerkkunden. Und während Institutionelle auch verkauften, um ihre teuren Finanzierungen aus der Vergangenheit abzuzahlen, kauften Private fast ausschließlich mit 100 Prozent Eigenkapital. „Selbst wenn aus steuerlichen Gründen die Variante Eigenkapital plus Kredit interessant wäre, wird doch mit Cash gekauft“,sagt der Experte.

Alternative zum Sparbuch

Denn das Zinshaus gilt als Alternative zum Sparbuch: Rund drei Prozent Rendite sind in Wien trotz gestiegener Preise nach wie vor erzielbar; und bei Wertsteigerungsmaßnahmen wie Dachausbau oder gar Parifizierung und Wohnungsabverkauf noch mehr. Zu den privaten Käufern zählt Hudej auch die privaten Entwickler. Michael Schmidt, Geschäftsführer des Familienunternehmens 3Si, ist einer von ihnen. Er saniert die Häuser und verkauft die einzelnen Wohnungen-an Vermieter, aber auch an Eigennutzer. „Man muss sehr schnell sein“, sagt Schmidt. Zuletzt habe er am Samstag von einem Haus gehört, es am Sonntag angesehen und am Montag den Kaufvertrag unterschrieben. „Wer mich anruft und sagt, er habe ein Haus für mich, hat meine volle Aufmerksamkeit“,ortet auch Daniel Jelitzka, Chef von JP Immobilien, eine starke Dynamik auf dem Zinshausmarkt.

Bundesländer holen auf

Hudej, Schmidt und Jelitzka erwarten, dass die Preise weiter steigen-wenn auch nur moderat. Neben Wien interessieren sich Investoren zunehmend auch für die Bundesländer: Dort liegen die Renditen noch bei fünf Prozent und darüber.

Quelle: Wirtschaftsblatt, Print-Ausgabe, 2016-03-24

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